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Asperger Syndrom

Bei dem Asperger Syndrom handelt es sich eine schwache Form des Autismus mit besonderen Eigenschaften. Hier greifen tiefe Entwicklungsstörung ein, die jedoch nicht unbedingt spezifisch auftreten. Menschen mit dem Asperger Syndrom zeigen klar definierbare Schwächen in der Kommunikation und der sozialen Interaktion. Ferner sind ihre Interessen eingeschränkt, auch wenn sie auf einzelnen Gebieten große Talente zeigen, die Aktivitäten erscheinen häufig sehr stereotyp, was die Verbindung zum Autismus verdeutlicht.

Rückblick zur Entdeckung des Asperger Syndroms

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Asperger Syndrom erleben

Der sogenannte Vorläufer des Asperger Syndroms wurde 1926 erstmals von einer russischen Kinderpsychiaterin benannt. Grunja Sucharewa sprach bei den heute bekannten Symptomen von einer schizoiden Psychopathie. Erst 1943 erklärte Hans Asperger die Krankheit in einer Habilitationsschrift als die autistische Psychopathie. Zur fast gleichen Zeit arbeitete der Kinder- und Jugendpsychiater Leo Kanners ebenfalls an einer Form des frühkindlichen Autismus. Seither gab es also zwei schriftliche Dokumentationen, die ausführlich eine spezielle Form des frühkindlichen Autismus beschrieben. Dennoch trafen sich Kanners und Asperger nicht, um ihre Arbeit gemeinsam fortzusetzen. Es dauerte bis in die frühen 80er Jahre, bis eine weitere Psychiaterin – Lorna Wing – sich nochmals den Arbeiten von Kanners und Aspberger annahm. Sie war es, die jene Abweichung, die bis dahin als Psychopathie galt, als einen neuen Teilbereich des gesamten Autismusspektrums nach dem Entdecker Hans Asperger umbenannte.

Das auf den Erklärungen Aspergers basierende Syndrom wurde 1992 in das Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen. Seit 2013 wird die Krankheit zum „Spektrum autistischer Erkrankungen“ gezählt. Damit kam man der Erkenntnis nach, dass sich die Krankheit bei einer Diagnose nicht klar abgrenzen lässt. Die bisher einzige Möglichkeit besteht in einer stufenlosen Überleitung zwischen der schwächeren Form und schwerwiegenderen Arten.

Erscheinungsbild einer neu definierten Erkrankung

Autismus kann bei einem Menschen bereits im Alter von wenigen Monaten diagnostiziert werden. Da es sich bei dem Asperger Syndrom um eine abgeschwächte Form des Autismus handelt, ist eine klare Diagnose in den ersten zwei Lebensjahren schwierig. Insbesondere weil die zwischenmenschliche Kommunikation und das Sozialverhalten erst mit dem Kleinkindalter richtig beginnen. Auffällig ist bei Menschen mit dem Asperger Syndrom, dass nonverbale Signale wie Mimik und Gestik weder verstanden noch ausgesendet werden. Die Kinder mit dem Asperger Syndrom erscheinen ein wenig emotionslos, auch ein Blickkontakt löst keine Gefühle aus. Während insbesondere der Kontakt mit den Augen bei nahezu jedem Menschen eine Emotion oder Reaktion auslöst, wirken die Asperger Autisten ein wenig ungelenk oder gar unheimlich. Dennoch haben sie eine extrem gut ausgebildete Intelligenz und weisen im Einzelfall sogar überdurchschnittliche Talente aus.

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Asberger Syndrom

Wenn Kinder mit dem Asperger Syndrom leben

Die Diagnose weist eine weitere Besonderheit dieser Krankheit auf. Benannt sind all jene Bereiche, die für die Steuerung der Empathiefähigkeit verantwortlich sind. Kinder mit dem Asperger Syndrom zeigen so gut wie nie eigene Emotionen. Auch die Fähigkeit, sich in einen anderen Menschen hineinversetzen – eine der zentralen Eigenschaften im zwischenmenschlichen Dasein – fehlt ihnen. In der Realität bedeutet dies, dass diese Kinder andere Menschen zuweilen verbal verletzen, ohne sich darüber bewusst zu sein. Wenn dieser dann entsetzt reagiert und eben jene Gesichtszüge für jeden anderen verständlich sind, können Menschen mit Asperger Syndrom dies in keinster Weise nachvollziehen oder verstehen. Wiederum typisch für den Autisten ist die detaillierte Orientierung, mit der sie sich eine ganz eigene Struktur schaffen. Gleichzeitig ist das Erkennen von Zusammenhängen eine weitere Hürde im alltäglichen Leben.

Wenn Asperger Syndrom, Autismus und herausragende Fähigkeiten im Leben aufeinandertreffen

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Wissen über das Asperger Syndrom

Bis zum dritten oder vierten Lebensjahr bemerken Eltern häufig das merkwürdige Verhalten ihrer Kinder. Doch eine Diagnose kann erst mit der vollständigen Entwicklung der Sprachfähigkeiten und des Sozialverhaltens gestellt werden. Typisch für das Krankheitsbild des Asperger Syndroms ist darüber hinaus auch die Hoch- oder sogenannte Inselbegabung. Dabei handelt es sich um eine Erscheinung, die bei Menschen mit einer kognitiven Behinderung typisch sind. Ihre tiefgreifende Entwicklungsstörung führt dazu, dass sie einerseits nicht vollständig als geistige Persönlichkeit heranreifen, andererseits sind sie zu extremen Begabungen fähig. Ihre Fähigkeiten sind als weit mehr als nur „talentiert“ zu beschreiben, sie sind nahezu herausragend und extrem weit über dem Durchschnitt vorhanden. Diese Inselbegabung ist jedoch nicht als typisches Merkmal für das Asperger Syndrom anzusehen.

Für Menschen mit der kognitiven Wahrnehmungsstörung, wie bei dem Asperger Syndrom, ist es schwierig, emotionale Beziehungen aufzubauen. Insbesondere für die Eltern des Kindes stellen sich immer wieder neue Herausforderungen dar. Sprache und Intellekt sind meist völlig normal ausgebildet, doch fehlt es an Emotionalität. Während andere Kinder mit Mutter und Vater lachen und fröhlich sind, nehmen Menschen mit Asperger Syndrom die Familie und Freunde nur über den Intellekt wahr. Diese Ausprägung kann so weit führen, dass das eigene Leben nicht allein bewerkstelligt werden kann und die Betroffenen lebenslang auf Hilfe von außen angewiesen sind. Da es keine typischen Fälle gibt, kann auch das Gegenteil eintreten: Das Leben und der Alltag stellen keinerlei Schwierigkeiten dar, nur das soziale Verhalten ist auffällig. Sobald sich aber das Umfeld an diese Situation gewöhnt hat, wird es zunehmend leichter. Gerade dann, wenn eventuell vorhandene Fähigkeiten innerhalb des Autismus ausgelebt werden können und eine Art innere Balance herstellen.

Menschen wie Du und ich – Leben mit Asperger Syndrom

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Asperger Syndrom | Fürs Leben lernen

Eltern werden schnell merken, dass ihre Kinder trotz der fehlenden Emotionalität dennoch über faszinierende Eigenschaften verfügen. Dabei handelt es sich um einen ausgeprägten Hang zur Perfektion, um exzellent logisches Denken und ein sehr akkurates Arbeiten. Ferner tendieren sie zu einem extremen Gerechtigkeitsgefühl und großer Ehrlichkeit. In einer Familie mit mehreren Kindern, in der nur ein Kind mit Asperger Syndrom lebt, kann es in bestimmten Situationen besonders schwierig werden. Jedes Kind probiert sich aus, lernt, provoziert oder will seinen Willen durchsetzen – hier müssen Eltern lernen, mit jeder Situation im Leben richtig umzugehen. Wie bereits erwähnt, ist das Ausleben der Talente ein wichtiger Schritt zu einem halbwegs ausbalancierten Alltag. Die intellektuelle aber unter Umständen auch künstlerische Förderung eines Kindes mit Asperger Syndrom sollte daher so früh wie möglich beginnen. Als Kinder und junge Menschen brauchen sie viel Verständnis und einfühlsame Anleitungen. Und auch wenn sie zu emotionalen Bindungen kaum fähig sind, sollten sie schon in der Kindheit den Umgang mit anderen Menschen lernen. So können sie auch als Erwachsene ein glückliches und ausgefülltes Dasein erleben.

Asperger Syndrom: Ursachen

Was sind die Ursachen des Asperger Syndroms? Was das Asperger Syndrom verursacht ist bis heute nicht bekannt. Wissenschaftler sind der Meinung, das mehrere Faktoren im Zusammenspiel ursächlich für das Asperger Syndrom sein müssen.

Insbesondere der genetische Faktor spielt eine große Rolle. Nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand, sind 4 – 10 Erbanlagen an der Enstehung des Asperger Syndroms beteiligt. Eine autistische Störung, kann auch eine genetisch bedingte Erkrankungen zur Folge haben. Z.B. das Williams Syndrom oder eine unbehandelte Stoffwechselstörung.

Forscher sind der Meinung, dass eventuell eine Infektion während der Schwangerschaft, wie etwa Röteln, die Entstehung des Asperger Syndroms begünstigen kann. Weiterhin scheint beim Asperger Syndrom auch Auffälligkeiten im neurologischen Bereich eine Rolle zu spielen. Etwa Unregelmäßigkeiten der Hirnströme und Unregelmäßigkeiten im Aufbau von Gehirnregionen, welche für die Sprache und soziales Verhalten zuständig und wichtig sind.

Asperger Syndrom Test bei Kindern

Um Asperger Syndrom zu diagnostizieren, gibt es zahlreiche Asperger Syndrom Fragebögen, welche eine Unterstützung bei der Asperger Syndrom Diagnose darstellt. Es gibt z.B. die Gilliam Asperger Disorder Scale (GADS), den Childhood Asperger Syndrome Test (CAST), das Asperger Syndrome Diagnostic Interview (ASDI) und die Australian Scale for Asperger ´s Syndrome (ASAS).

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Informationen zum Asperger Syndrom

Am meisten in Deutschland, sowie im deutschsprachlichen Raum verbreitet, ist der Asperger Autismus Test (ASAS). Die Fragen dieses Asperger Autismus Tests zielen darauf ab, das Verhalten und die Fertigkeiten zu erfassen, welche typisch für das Asperger Syndrom bei Kindern im Grundschulalter sind. Es gibt eine Reihe von Fragen, welche über das emotionale, soziale, motorische, kommunikative und kognitive Verhalten und Fähigkeiten des Kindes gestellt werden, als auch zu dessen Interessen und anderen Merkmalen.

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